Die Herkunft der Shisha - von traditioneller Shisha bis hin zu moderner Shisha

Die Geschichte der Shisha – Von den Ursprüngen bis zur modernen Wasserpfeife

Die Shisha, auch Hookah, Wasserpfeife oder Nargile genannt, ist heute fester Bestandteil einer globalen Genuss- und Jugendkultur. Man findet sie in Bars, Lounges, Wohnzimmern und auf Social Media. Doch hinter der modernen Edelstahl-Shisha mit Closed-Chamber und Heat-Management-System steckt eine über 400 Jahre alte Geschichte, die in Indien, Persien und im Osmanischen Reich beginnt. 

In diesem Artikel erfährst du:

  • woher die Shisha wirklich stammt,
  • wie sie sich über Persien, das Osmanische Reich und Ägypten verbreitet hat,
  • wie aus einem einfachen Rauchgerät ein Kulturgut und Lifestyle-Produkt wurde,
  • und wie die moderne Wasserpfeife mit E-Heizsystemen und Designer-Bowls aussieht.

Herkunft und Erfindung – Wo beginnt die Geschichte der Shisha?

Über den Ursprung der Shisha streiten sich Historiker – sicher ist nur: Sie entstand im Raum Indien / Persien ungefähr im 15. oder 16. Jahrhundert. Wikipedia

Indien: Kokosnuss, Bambus und die ersten Wasserpfeifen

Eine verbreitete Theorie verortet den Ursprung der Wasserpfeife im nördlichen Indien. Dort soll man einfache Rauchgeräte gebaut haben, indem man: 

  • eine Kokosnussschale als Bowl verwendete,
  • ein Bambusrohr als Rauchsäule nutzte,
  • und Tabakblätter oder andere Pflanzen durch Wasserrauch filterte.

Diese frühen Shishas waren weit entfernt von modernen Premium-Modellen, legten aber das Prinzip fest, das bis heute gilt: Rauch wird durch Wasser gezogen, um ihn zu kühlen und angenehmer zu machen.

Persien (Iran): Die ersten Galyan/Nargile

Parallel dazu gibt es Hinweise, dass im persischen Reich bereits im 16. Jahrhundert Wasserpfeifen – dort Galyan oder Nargile – verwendet wurden.

Ein Name taucht immer wieder auf:
Hakim Abu’l-Fath Gilani, ein persischer Arzt am Hof des Mogulherrschers Akbar in Indien. Ihm wird zugeschrieben, eine Wasserpfeife entwickelt zu haben, bei der der Rauch bewusst durch Wasser geleitet wurde, um ihn „zu reinigen“ und weniger schädlich zu machen. Wikipedia

Ob die Shisha nun in Persien erfunden und nach Indien gebracht oder umgekehrt wurde – die Region Indien–Persien gilt als Wiege der Wasserpfeifen-Kultur.

Von Persien ins Osmanische Reich – Die Shisha wird zum Statussymbol

Zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert verbreitete sich die Wasserpfeife über Persien in den Nahen Osten, nach Arabien, Nordafrika und ins Osmanische Reich. Kaya Shisha

Shisha im Osmanischen Reich: Kaffeehaus, Politik, Prestige

Im Osmanischen Reich – mit Zentrum in Konstantinopel (Istanbul) – erlebte die Shisha ihre erste große Blütezeit. Sultan Ahmed I. soll das Wasserpfeiferauchen Anfang des 17. Jahrhunderts gefördert haben, und schon bald wurde die Nargile zum festen Bestandteil der Kaffeehauskultur. Kaya Shisha

Kaffeehäuser („Kahvehane“) wurden zu sozialen Hotspots:

  • Gelehrte, Dichter, Händler und Politiker trafen sich,
  • tranken starken Kaffee,
  • rauchten Nargile,
  • diskutierten über Politik, Religion und Alltag.

Die Nargile war nicht nur Genussmittel, sondern Symbol für Bildung, Status und Gelassenheit. Aufwändig gestaltete Messing-, Silber- und Glas-Shishas wurden als Kunstwerke hergestellt und waren ein sichtbares Zeichen von Wohlstand.

Ägypten: Shisha in den Straßen Kairos

Von Istanbul aus schwappte die Shisha-Kultur nach Ägypten. Spätestens im 18. und 19. Jahrhundert gehörten Wasserpfeifen in ägyptischen Kaffeehäusern zum Standardbild. ENSO Shisha Europe

In Kairo, Alexandria und anderen Städten wurden Shishas Teil des öffentlichen Lebens:

  • Männer (und später auch Frauen) trafen sich im Café,
  • tranken Tee oder Kaffee,
  • spielten Backgammon,
  • rauchten gemeinsam einen Kopf Ajami- oder Mu‘assel-Tabak.

Bis heute ist das Bild fast unverändert: In vielen arabischen Ländern ist die Wasserpfeife Symbol für Gastfreundschaft und Gemeinschaft.

Die Rolle des Tabaks – Von starkem Ajami zu süßem Mu‘assel

Ohne Tabakgeschichte keine Shisha-Geschichte.

Die Einführung von Tabak

Tabak selbst stammt aus der „Neuen Welt“ und kam im 16. Jahrhundert durch europäische Händler nach Europa, den Nahen Osten und Indien. Im Nahen Osten und in Persien wurde Tabak zunächst pur – und sehr stark – geraucht, bevor man ihn mit Wasserpfeifen kombinierte.

Ajami-Tabak: Stark, rau, traditionell

Frühe Wasserpfeifentabake wie Ajami waren:

  • kaum aromatisiert,
  • sehr nikotinreich,
  • eher für geübte Raucher.

Diese Tabakformen wurden direkt mit Kohle erhitzt und waren deutlich intensiver als viele moderne Sorten.

Mu‘assel: Der Beginn des modernen Shisha-Tabaks

Ein Meilenstein in der Geschichte der Shisha war die Entwicklung von Mu‘assel – Tabak mit Melasse, Glycerin und Aromen, der:

  • süßer schmeckt,
  • mehr Rauchentwicklung bringt,
  • und milder im Hals ist. 

Typische frühe Geschmacksrichtungen, ideal für traditionelle Shisha:

Diese Basis bildet die direkte Linie zur heutigen Flavour-Vielfalt mit Sorten wie Blue Dragon, Love 66 oder Okolom.

Die Shisha kommt nach Europa – Exotik, Kolonialzeit und Jugendkultur

Die ersten Kontakte: Orientalismus und Kolonialzeit

Europäische Reisende, Händler und Diplomaten lernten die Wasserpfeife in den Höfen des Osmanischen Reiches, in Ägypten und Persien kennen. Im 18. und 19. Jahrhundert wurde sie in Europa oft als exotisches Objekt in Salons und auf Gemälden dargestellt.

Für die europäische Elite war die Hookah eher Kuriosität als Alltagsgegenstand – ein Symbol für den „Orient“ im Zeitalter des Orientalismus.

Shisha-Boom in Deutschland und Europa seit den 2000er-Jahren

Der heutige Shisha-Hype in Europa entstand aber erst deutlich später:

  • Seit den frühen 2000er-Jahren entstanden in vielen Städten Shisha-Bars, besonders in Deutschland wo die Bars wie Unkraut aus dem Asphalt gewachsen sind

  • Jugendliche und junge Erwachsene entdeckten die Shisha als Alternative zu Alkohol und Clubs – man sitzt, redet, raucht, hört Musik.

  • Social Media, Musikvideos und Rap-Kultur verstärkten den Trend: Shishas wurden zum Style-Objekt.

Heute sind Wasserpfeifen in Deutschland so verbreitet, dass es spezielle Steuerkategorien für Wasserpfeifentabak, Verpackungsregeln und eine eigene Industrie mit Marken, Onlineshops und Influencern gibt. 

Fazit – Warum die Geschichte der Shisha heute noch wichtig ist

Die Geschichte der Shisha zeigt, wie ein einfaches Rauchgerät aus Indien und Persien zu einem weltweiten Kulturgut wurde. Über Jahrhunderte hinweg verband die Wasserpfeife Menschen in Kaffeehäusern, Teegärten und später in modernen Shisha-Bars.

Auch die technische Entwicklung – von Holz und Messing zu Edelstahl, Diffusoren, HMDs und elektrischen Heizsystemen – spiegelt diesen Wandel wider. Trotz aller Innovationen blieb ein Kern immer gleich: Die Shisha ist ein soziales Ritual. Ein Moment der Ruhe, des Gesprächs und des Miteinanders.

Wer heute eine moderne Wasserpfeife raucht, führt ein jahrhundertealtes Stück Kultur fort – angepasst an die heutige Zeit, aber mit denselben Werten wie damals: Gemeinschaft, Genuss und Gelassenheit.

Schlusswort – Die Shisha als Tradition in der modernen Welt

Die Reise der Shisha – von den improvisierten Kokosnuss-Pfeifen Indiens über die prunkvollen Nargile im Osmanischen Reich bis zu den minimalistischen Edelstahlmodellen von heute – zeigt, wie faszinierend wandelbar dieses Objekt ist.

Sie hat Grenzen überwunden, Kulturen miteinander verbunden und sich ständig weiterentwickelt. Genau das macht sie bis heute so besonders.

Ob du traditionell rauchst oder moderne Setups bevorzugst – jede Session ist Teil einer langen Geschichte, die weit über den Rauch hinausgeht.

Die Shisha ist nicht nur ein Gerät. Sie ist ein Kulturerbe. Ein Erlebnis. Und ein Stück gemeinsamer Vergangenheit und Gegenwart.

FAQs zur Geschichte der Shisha

Frage 1: Woher stammt die Shisha ursprünglich?
Die Shisha stammt vermutlich aus der Region Indien/Persien und entwickelte sich im 15.–16. Jahrhundert zu den ersten Wasserpfeifen. Von dort gelangte sie über Persien ins Osmanische Reich und nach Nordafrika. Wikipedia

Frage 2: Wer hat die Shisha erfunden?
Häufig wird der persische Arzt Hakim Abu’l-Fath Gilani genannt, der am Hof des Mogulkaisers Akbar in Indien eine frühe Form der Wasserpfeife erfunden haben soll. Historisch ist das nicht zu 100 % gesichert, aber eine der bekanntesten Theorien. Wikipedia

Frage 3: Seit wann gibt es Wasserpfeifen in Europa?
Wasserpfeifen gelangten im 18. und 19. Jahrhundert durch Reisende und Händler nach Europa. Richtig populär wurden sie hier aber erst ab den 2000er-Jahren durch Shisha-Bars, aromatisierten Tabak und Social Media. fumari.com

Frage 4: Was unterscheidet eine moderne Shisha von traditionellen Modellen?
Moderne Shishas bestehen aus Edelstahl, Aluminium oder Carbon, haben Closed-Chamber-Systeme, Diffusoren, HMDs und Silikonschläuche. Traditionelle Wasserpfeifen wurden meist aus Holz, Messing und einfachem Glas gefertigt und hatten deutlich einfachere Zug- und Ausblassysteme. Shisha Steamulation

Frage 5: Ist Shisha-Rauchen weniger schädlich als Zigaretten?
Nein. Trotz Wasserfilter birgt Shisha-Rauch erhebliche Gesundheitsrisiken, u. a. durch Kohlenmonoxid und krebserregende Stoffe. Einige Studien zeigen sogar sehr hohe CO-Werte pro Session. Wikipedia+1

Zurück zum Blog